Leben

Bruxelles ma Belle #1

Als ich vor 3 Jahren beschlossen hatte, mein Auslandssemester in Brüssel zu verbringen, bekam ich plötzlich ausschließlich Horrorgeschichten aufgetischt. Brüssel sei für junge Frauen unglaublich gefährlich, die Stadt sowieso hässlich und ich würde dort von Verrückten verfolgt werden.

Gott sei Dank ließ ich mich nicht einschüchtern, denn mittlerweile ist Belgien eines meiner Lieblingsländer und ich habe dort eine wunderschöne Zeit verbracht (ich wurde dort nie verfolgt oder belästigt, auch nicht als ich nachts alleine nachhause gegangen bin).

Vor Kurzem verbrachte ich wieder ein Wochenende in Brüssel und da so viele Menschen der festen Meinung sind, die Stadt sei hässlich, muss ich all jene jetzt vom Gegenteil überzeugen und meine Tipps verraten!


Ankunft:

Brüssel hat zwei Flughäfen, einen im flämischen Teil im Norden (Zaventem) und einen im wallonischen Süden (Charleroi). Ich selbst bin bis jetzt ausschließlich in Zaventem gelandet, kann also nur von dort berichten (Charleroi beherbergt hauptsächlich mir unbekannte Billigfluglinien).

Kommt man in Zaventem an, ist der schnellste Weg in die Stadt unter der Woche die Expressbuslinie 12 (Ticket beim Automaten kaufen! – nicht beim Fahrer). Am Wochenende ersetzt Linie 21 die 12, die dieselbe Strecke nur mit mehreren Stopps abfährt. Mit dem Bus kann man zum Beispiel bis zu der Haltestelle „Schumann“ fahren, von wo aus man schnell mit der Metro ins Zentrum kommt (und sich gleich die europäische Kommission anschauen kann!).

Auch mit dem Zug ist man schnell im Stadtinneren, vor allem wenn man zu einem der großen Bahnhöfe muss, allerdings zu einem höheren Preis.

Ich kann das Busfahren tagsüber sehr empfehlen, weil man dabei auch Stadtteile sieht, die man sonst wahrscheinlich nicht ansehen würde.

Hotel:

Ja, es gibt gefährlichere beziehungsweise ungemütliche Stadtteile in Brüssel, so wie es sie in jeder Stadt gibt, auch in Wien. Auf jeden Fall vermeiden sollte man nachts Gegenden in der Nähe der großen Bahnhöfe (vor allem Gare du Nord), zum Wohnen finde ich das Zentrum und Ixelles am schönsten.

Meine Empfehlung für einen Wochenendtrip: das neueröffnete Hygge Hotel! Da die Unterkunften (und das Leben im Allgemeinen) in Brüssel teurer sind als in Österreich, war ich überrascht über das Preis-Leistungsverhältnis in diesem Hotel. Es ist nicht nur wunderschön mit nordischen Designermöbeln eingerichtet, sondern hat eine sehr günstige und ruhige Lage. Die Mitarbeiter dort sind top! Wir konnten ohne Probleme und Aufzahlung früher in unser Zimmer einziehen. Auch das Frühstück für 15€ pro Person war uns den Preis auf jeden Fall wert.

Sightseeing:

Um die wichtigsten bzw. bekanntesten Sights zu sehen, macht man am besten einen Spaziergang durch die Stadt. Man könnte zum Beispiel beim Palais Royale beginnen, welches die Arbeitszimmer des Königs beherbergt und im Sommer seine Türen für Besucher öffnet. Gegenüber kann man im wunderschönen Park eine kleine Pause machen.

Einmal um die Ecke und man steht am Place Royale/Koningsplein, wo sich zahlreiche Museen befinden, darunter auch das berühmte Magritte Museum.

Geht man bergab in Richtung Stadtzentrum, kommt man an einem wunderschönen Jugendstil-Gebäude vorbei, in dem sich das Museum für Musikinstrumente befindet. Ein Stück weiter geradeaus spaziert, befindet man sich auf dem Mont des Arts, von wo man einen wunderschönen Blick auf die Innenstadt hat. Von dort aus kann man sich entweder Richtung Manneken Pis oder Grande Place auf machen. Beide Orte (vor allem das kleine Pissmännchen) sind unglaublich überlaufen, aber einmal gesehen sollte man sie haben!

Wenn man noch Puste hat, kann man noch einen Abstecher zu Sainte Catherine/Sint Kathelijne machen, wo hauptsächlich abends und in der Vorweihnachtszeit einiges los ist.

Einige Sights erreicht man nicht zu Fuß, wie zum Beispiel das Atomium, das eher Richtung Stadtrand gelegen ist. Das Atomium ist ein Muss in Brüssel, weil es wirklich wahnsinnig beeindruckend ist! Steht man davor, kommt es einem surreal vor, wenn man bedenkt, dass es bereits 1958 gebaut wurde. Im Inneren gibt es immer wieder verschiedene Ausstellungen und allein wegen den Rolltreppen zwischen den Kugeln lohnt es sich hineinzugehen.

Auch etwas außerhalb befindet sich der Parc du Cinquantenaire. Beim Triumphbogen befinden sich ein Automobil Museum und das königliche Armeemuseum. Wer sich für Autos interessiert, wird von Autoworld nicht enttäuscht sein.

Da Brüssel als die inoffizielle Hauptstadt der Europäischen Union gilt, kann man sich bei Interesse in der Nähe auch (wie schon oben erwähnt) den Sitz der europäischen Kommission und des Rats ansehen. Auch das Gebäude des europäischen Parlaments ist ein Foto wert.

Essen:

Brüssel hat kulinarisch einiges zu bieten! Was man auf jeden Fall essen sollte, sind die typischen Pommes mit Mayonnaise, eine belgische Waffel (ich esse sie am liebsten bei der Kette Belgaufra, es gibt aber auch einige gute Waffeln, die aus Autos heraus verkauft werden) und natürlich Schokolade. Ich habe bis jetzt jedes Mal mein halbes Handgepäck voll mit Pralinen mit nach Hause gebracht, ein Mitbringsel, über das sich jeder freut. Rund um den Place du Grand Sablon findet man alle großen Marken, von Neuhaus und Leonidas bis zum ausgefalleren Pierre Marcolini. Auch in den wunderschönen Galeries Royales Saint-Hubert reiht sich ein Pralinengeschäft an das andere.

Wer Lust auf einen kleinen gesunden Snack hat, ist bei der Kette Exki richtig. Dort gibt es wahnsinnig gute Suppen, Sandwiches und Süßes. Möchte man abends in Brüssel essen gehen, wird einem immer empfohlen zu reservieren, denn auch unter der Woche gehen die Menschen dort sehr gerne auswärts essen. Über die typischen „Moules Frites“ kann ich nicht berichten, da ich absolut kein Fan von Muscheln bin, es empfiehlt sich aber in jedem Fall, sich von der „Fressmeile“ mitten im Zentrum eher fernzuhalten. Wer Lust auf eine sehr authentische, richtig italienische Pizza hat, sollte unbedingt zu „La Bottega della Pizza“ gehen. Davon gibt es mittlerweile mehr als einen Standort, einen auch ganz in der Nähe vom Place du Grand Sablon.

Den Burgerliebhabern kann ich „Les Super Filles du Tram“ empfehlen, das Essen und die Gestaltung des Restaurants sind außergewöhnlich. Das „All you can eat – Spareribs“ Restaurant „Amadeo“ kann ich aber auch nicht unerwähnt lassen: in dunkler Atmosphäre zusammen mit einer riesigen Masse an anderen Menschen kann man dort so viel Spareribs essen, wie man möchte. Wenn man gerne Fleisch isst, muss man das unbedingt erleben, das Essen dort ist aber allgemein sehr gut (nicht nur das Fleisch, sondern auch der Bratkartoffel als Beilage) und das Ambiente etwas ganz Eigenes. Vom Wein sollte man aber die Finger lassen und lieber ein gutes belgisches Bier kosten.


 

Das war der erste Teil meiner Tipps für Brüssel, im nächsten Teil erfahrt ihr zum Beispiel welche Kurztrips rund um die Stadt ich empfehlen kann!

 

Margarita liebt Katzen, Sukkulenten und liest gerne alle Bücher, die ihr in die Hände fallen.

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